Der fünfteilige FreeCAD Workshop liegt hinter uns und nun wird es Zeit unsere Bauteile irgendwie zu einem 3D Drucker zu bekommen. Dazu nutzen wir den STL Export und die Software Cura…

STL Export mit FreeCAD – Version 1:

Wir nehmen jetzt eines unserer letzten Bauteile und öffnen es in FreeCAD. Das Standardformat von FreeCAD ist FCStd und so sollte auch unser aktuelles Bauteil vorliegen. Wir wählen das Bauteil nun also in FreeCAD aus (Pocket,Pad oder STRG+A) und dann geht die Reise ins Dateimenü und dort zur Auswahl “Exportieren“. Als Format stellen wir dann natürlich STL Mesh ein.

An diesem Punkt können wir FreeCAD auch verlassen und wechseln in die Software Cura und öffnen dort unser Bauteil und die frisch erstellt stl-Datei. Unser Bauteil sollte nun also theoretisch für den 3D Drucker bereit sein.

Qualitätskontrolle:

Unser Bauteil könnte jetzt auch schon mit Cura ausgedruckt werden. Eventuell stellen wir dabei aber auch fest, dass der Standard STL Export noch nicht ganz so perfekt war. Das sind jetzt aber wichtige Erfahrungen die man auch machen sollte. Cura bietet sehr viele Optionen für den Druck und da sollte man sich ganz langsam einarbeiten. Es gibt aber noch eine Lösung per FreeCAD.

STL Export mit FreeCAD – Version 2:

Wenn der einfache STL Export noch nicht zu der gewünschten Qualität des Bauteils führt, dann geht es für uns zurück zu FreeCAD. Wir wählen unser Bauteil wieder aus und wechseln in die Workbench “Mesh“. Sobald wir in der Workbench “Mesh“ sind ändert sich auch das Dateimenü und dort gibt es jetzt das Menü für Netzte. Dort finden wir dann “Netz aus Form“ und dort finden wir dann viele Werkzeuge um unser Bauteil zu optimieren.

Besonders spannend ist der Bereich für die sogenannte Tesselierung. Unser Ziel sollte es ja sein das Bauteil so ordentlich zu vernetzen das ein sauberes Druckergebnis mit Cura entsteht. Wir sollten hier also nicht zu grob vernetzen und auch nicht zu fein. Hier wird das Eis jetzt richtig dünn.

Empfehlung für Einsteiger: Einfach die verschiedenen Generatoren mit diversen Einstellungen ausprobieren und abspeichern. Dateigrößen vergleichen und eventuell mit Blender prüfen und irgendwie kommt man dann auch zu passenden Ergebnissen. Es geht darum einfach Erfahrungen zu sammeln. Deshalb wurde das Eis ja auch dünn, denn so etwas kann nicht in einem kleinen Artikel beschrieben werden.

Wenn das Netz erstellt wurde, dann kann es über das Kontexmenü auch exportiert werden. Damit habe ich auch erklärt wie der STL Export aus der Mesh Workbench erfolgt.

Jetzt fehlen nur noch einige Grundlagen zu Cura und die gibt es hier direkt im nächsten Abschnitt.

Cura Konfiguration und Experimente:

Cura ist eine “Slicer-Software“ die dafür sorgt das unser 3D Modell in eine druckbare Datei umgewandelt wird. An dieser Stelle kann ich natürlich nicht eine vollständige Konfiguration dokumentieren. Deshalb gibt es hier nur die ersten kleinen Dinge die man in Cura anpassen kann.

  • Druckereinrichtung [Netzwerkdrucker oder kein Netzwerkdrucker]
  • Auswahl Drucker aus Dropdown-Menü
  • Start-G-Code und End G-Code eventuell anpassen
  • Spracheinstellungen [Menü Konfiguration]
  • Parameter für den Druckvorgang einstellen

Nun beginnen unsere ersten Experimente mit Cura. Das Bauteil (als STL-Datei) sollte bereits erfolgreich in Cura geöffnet sein. Die Positionierung und oder Skalierung im Bauraum des 3D Druckers darf jetzt auch mal kurz angetestet werden. Das soll aber nicht das Hauptthema sein. Viel wichtiger ist es jetzt den richtigen Drucker auszuwählen und anschließend auch das Filament mit dem das Bauteil gedruckt werden soll. Für die ersten Experimente bietet sich Generic PLA an.

In den Druckeinstellungen lassen sich nun die passenden Profile und die Auflösung einstellen. Ab hier wird das Eis wieder richtig dünn. Es gilt einfach mit verschiedenen Werten zu experimentieren und eigene Erfahrungen zu machen. Festigkeit, Stützstruktur und Haftung sind die Einstellungen die vorgenommen werden können. Wenn wir unseren Drucker starten wollen, dann geht das über die Schaltfläche Slice.

Cura gibt nun auch eine Schätzung zur Druckzeit ab und in einer Vorschau bekommen wir sogar eine Animation des Druckvorgangs gezeigt. Eventuell erhalten wir auch eine Meldung zu einem zweiten Extruder. Sollte der nicht benötigt werden, kann er direkt deaktiviert werden.

Die Schichtdicke ist ein wichtiger Parameter in Cura. Je feiner die Werte hier gewählt werden, je länger braucht auch der Drucker. Die Drucktemperatur des Materials ist eine weitere wichtige Einstellung. Die Voreinstellungen für die Stützstrukturen können auch noch festgelegt werden.

Cura erlaubt es uns nun das Bauteil zu speichern und so erhalten wir eine ufp-Datei. Mit dieser Datei können wir dann zu unserem 3D-Drucker und den Drucker starten. Falls unser 3D-Drucker über das Netztwerk angeschlossen ist oder direkt am Cura-Computer braucht es auch keine weitere Datei. Cura nimmt einfach die STL-Datei aus FreeCAD, nimmt die Einstellungen entgegen und kann auch direkt drucken.

Von Torsten

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